Ratgeber Unternehmensnachfolge finanzieren: die Käufer-Sicht
Wer ein Unternehmen übernimmt, muss den Kaufpreis stemmen. Welche Bausteine die Finanzierung tragen und worauf Banken achten.
Den Finanzierungsbedarf sauber ermitteln
Die Finanzierung beginnt nicht beim Kaufpreis, sondern beim Gesamtbedarf. Neben dem Kaufpreis fallen oft weitere Posten an, etwa Investitionen, Beratungskosten und Liquidität für die ersten Monate. Erst wenn dieser Bedarf realistisch beziffert ist, lässt sich eine tragfähige Struktur bauen. Grundlage ist eine belastbare Bewertung, wie wir sie unter Unternehmenswert ermitteln beschreiben.
Die Bausteine der Finanzierung
Selten trägt ein einzelner Baustein die gesamte Übernahme. In der Praxis kombinieren Käufer mehrere Quellen zu einem stimmigen Mix.
Förderung und Bürgschaften nutzen
Öffentliche Förderkredite sind bei Übernahmen ein zentraler Hebel. Die KfW-Programme bieten günstige Zinsen, lange Laufzeiten und oft tilgungsfreie Anlaufjahre, die der jungen Inhaberschaft Luft verschaffen. Reichen die Sicherheiten nicht aus, übernehmen Bürgschaftsbanken einen Teil des Risikos gegenüber der Hausbank. Beide Wege müssen frühzeitig geprüft werden, weil Anträge Vorlauf brauchen. Die ergänzenden Landesprogramme in Sachsen und Sachsen-Anhalt nennen wir nur als Beispiel; vergleichbare Angebote gibt es bundesweit, und wir begleiten Sie überwiegend online und damit deutschlandweit, vor Ort vor allem in Leipzig und Halle.
Was Banken überzeugt
Die Bank finanziert nicht den Kaufpreis, sondern die Zukunft des Unternehmens. Entscheidend ist die Frage, ob die künftigen Erträge Zins und Tilgung dauerhaft decken. Ein klarer Businessplan, eine plausible Ertragsplanung und ein nachvollziehbares Eigenkapital schaffen Vertrauen. Auch die fachliche und unternehmerische Eignung der übernehmenden Person fließt in die Entscheidung ein.
Wer die Finanzierung früh und strukturiert angeht, verhandelt selbstbewusster und vermeidet, dass ein guter Deal an der Finanzierung scheitert. Den gesamten Rahmen der Übergabe finden Sie auf unserer Seite zur Unternehmensnachfolge.
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Häufige Fragen
Wie viel Eigenkapital braucht man für eine Übernahme?
Eine feste Quote gibt es nicht, doch viele Banken erwarten einen spürbaren Eigenkapitalanteil, oft im Bereich von rund 10 bis 20 Prozent des Finanzierungsbedarfs. Mehr Eigenkapital verbessert die Konditionen.
Welche Förderkredite gibt es für die Nachfolge?
Die KfW bietet mehrere Programme an, etwa den ERP-Gründerkredit, die auch für Übernahmen genutzt werden können. Sie bieten günstige Zinsen und teils tilgungsfreie Anlaufjahre. Daneben gibt es Landesförderungen.
Was ist ein Verkäuferdarlehen?
Beim Verkäuferdarlehen stundet die verkaufende Seite einen Teil des Kaufpreises. Das schließt Finanzierungslücken und signalisiert der Bank Vertrauen in die Zukunftsfähigkeit des Unternehmens.
Was tun, wenn die Sicherheiten nicht reichen?
Dann kommen Bürgschaftsbanken ins Spiel. Sie übernehmen einen Teil des Ausfallrisikos gegenüber der Hausbank und ermöglichen so Finanzierungen, die sonst scheitern würden.
Wie viel kostet es, eine Firma zu übernehmen?
Das hängt vom Unternehmenswert ab, der sich aus Ertragskraft und Substanz ergibt. Den Kaufpreis stemmen Übernehmer:innen meist aus Eigenmitteln, Bankdarlehen, Förderkrediten und oft einem Verkäuferdarlehen.
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